Herstellung von Kombucha: Anleitung für Tee, SCOBY und Zweitfermentation

Die Herstellung von Kombucha beginnt mit gezuckertem Tee, einem lebenden SCOBY und ausreichend saurer Ansatzflüssigkeit. Der Tee wird vollständig abgekühlt, mit der Kultur angesetzt und luftdurchlässig abgedeckt fermentiert. Nach der ersten Fermentation bleibt ein Teil als Starter für den nächsten Ansatz zurück; der Rest kann getrunken oder in der Zweitfermentation mit Kohlensäure und Aromen verfeinert werden.
Was ist Kombucha und was macht der SCOBY?
Kombucha ist fermentierter Tee. Der SCOBY ist eine lebende Gemeinschaft aus Bakterien und Hefen, die gezuckerten Tee in ein säuerliches, leicht prickelndes Getränk verwandelt.
SCOBY steht für eine symbiotische Kultur aus Bakterien und Hefen. Im Alltag heißt er oft Kombucha-Pilz oder Teepilz, obwohl er kein einzelner Pilz ist. Die gallertartige Scheibe entsteht, weil Mikroorganismen während der Fermentation eine feste, celluloseartige Struktur bilden.
Für die Herstellung brauchen Sie nicht nur diese Scheibe, sondern auch Ansatzflüssigkeit. Diese bereits fermentierte Flüssigkeit senkt den pH-Wert des frischen Tees und schafft ein saures Milieu, in dem der Ansatz stabil starten kann. Die Literatur beschreibt Kombucha als Fermentationssystem aus Essigsäurebakterien, Hefen, Tee-Inhaltsstoffen, Zucker und Sauerstoff.
Welche Zutaten und Geräte brauchen Sie für die Herstellung von Kombucha?
Sie brauchen Tee, Zucker, Wasser, einen lebenden SCOBY mit Ansatzflüssigkeit und ein sauberes Glasgefäß. Entscheidend sind nicht viele Geräte, sondern sauberes Arbeiten, Sauerstoff, Wärme und ein ausreichend saurer Start.
Für den Einstieg ist ein frischer, gebrauchsfertiger Kombucha-SCOBY mit Ansatzflüssigkeit am einfachsten. Bei Kefiralia erhalten Sie eine lebende Kultur, mit der Sie direkt ansetzen können. Verwenden Sie ein Glasgefäß mit weiter Öffnung, Küchenpapier oder ein sauberes Tuch als Abdeckung und ein Gummiband zum Fixieren. Das Gefäß darf während der ersten Fermentation nicht luftdicht verschlossen werden, weil die Kultur Sauerstoff braucht.
| Bestandteil | Empfehlung | Zweck |
|---|---|---|
| Wasser | Frisch aufgekocht und danach abgekühlt | Grundlage für den Tee |
| Tee | Schwarzer oder grüner Tee | Nährstoffe und Geschmack |
| Zucker | 40 g pro Liter Tee | Nahrung für die Kultur |
| SCOBY | Lebende Kombucha-Kultur | Startet die Fermentation |
| Ansatzflüssigkeit | Mitgelieferter oder zurückbehaltener Kombucha | Säuert den Ansatz an |
| Gefäß | Sauberes Glas, nicht metallisch | Fermentationsraum |
| Abdeckung | Küchenpapier oder Tuch mit Gummiband | Luftaustausch und Schutz vor Staub und Insekten |
Wie funktioniert die Kombucha-Herstellung Schritt für Schritt?
Kombucha entsteht, wenn abgekühlter gezuckerter Tee mit SCOBY und Ansatzflüssigkeit offen abgedeckt fermentiert. Der wichtigste Fehler wäre, die Kultur in heißen Tee zu geben oder den Ansatz luftdicht zu verschließen.
- Kochen Sie das Wasser auf.
- Geben Sie schwarzen oder grünen Tee hinein und lassen Sie ihn etwa 5–10 Minuten ziehen.
- Entfernen Sie den Tee und lösen Sie den Zucker im noch warmen Tee vollständig auf.
- Lassen Sie den gesüßten Tee auf Raumtemperatur abkühlen.
- Geben Sie den abgekühlten Tee in ein sauberes Glasgefäß.
- Fügen Sie SCOBY und Ansatzflüssigkeit hinzu.
- Decken Sie das Gefäß mit Küchenpapier oder einem sauberen Tuch ab und befestigen Sie es mit einem Gummiband.
- Stellen Sie den Ansatz an einen warmen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung; ideal sind etwa 28 °C, darunter läuft die Fermentation langsamer.
- Lassen Sie den Kombucha etwa 2 Wochen fermentieren und prüfen Sie dann Geschmack und, falls vorhanden, den pH-Wert.
- Nehmen Sie den SCOBY mit sehr sauberen Händen heraus, seihen Sie den Kombucha ab und behalten Sie mindestens 20 % der Flüssigkeit für den nächsten Ansatz zurück.
Der fertige Kombucha sollte nicht mehr deutlich süß schmecken, sondern eine frische Säure entwickelt haben. Wenn Sie mit pH-Streifen arbeiten, liegt ein geeigneter Bereich ungefähr zwischen pH 2,8 und 4.
Welches Kombucha-Rezept passt für 1 Liter oder 2 Liter?
Ein gutes Kombucha-Grundrezept arbeitet mit stabilen Verhältnissen, die Sie wiederholen und später geschmacklich anpassen können. Kefiralia empfiehlt als Basis 40 g Zucker pro Liter Tee und eine langsame erste Fermentation von etwa 2 Wochen.
| Menge | Tee | Zucker | Kultur und Ansatzflüssigkeit | Fermentation |
|---|---|---|---|---|
| Kombucha-Rezept für 1 Liter | 2 Teebeutel oder 2 TL loser Tee | 40 g | SCOBY mit Ansatzflüssigkeit | etwa 2 Wochen |
| Kombucha-Rezept für 2 Liter | 4 Teebeutel oder 4 TL loser Tee | 80 g | SCOBY mit Ansatzflüssigkeit | etwa 2 Wochen |
| Folgende Ansätze | 80 % frischer gesüßter Tee | 40 g pro Liter frischer Tee | 20 % fertiger Kombucha + SCOBY | langsam, nach Geschmack |
Ein Kombucha-Rezept als PDF ist praktisch für die Küche, aber die Grundlogik bleibt immer gleich: Tee kochen, Zucker lösen, vollständig abkühlen lassen, SCOBY samt Ansatzflüssigkeit zugeben und luftdurchlässig abdecken. Für spätere Ansätze ist die 20-%-Regel wichtig: Ein Teil fertiger Kombucha bleibt als saure Starterflüssigkeit erhalten, damit der nächste Ansatz sicher beginnt.
Wie stellen Sie Kombucha-Ansatzflüssigkeit her und warum ist sie wichtig?
Kombucha-Ansatzflüssigkeit entsteht, indem Sie von einem fertig fermentierten, sauren Kombucha ausreichend Flüssigkeit für den nächsten Ansatz zurückbehalten. Sie ist wichtig, weil sie den frischen Tee von Anfang an ansäuert.
Nach einer gelungenen Fermentation sollten Sie mindestens 20 % des fertigen Kombuchas nicht trinken, sondern zusammen mit dem SCOBY für die nächste Runde verwenden. Dieser Anteil wird mit 80 % neuem, abgekühltem und gezuckertem Tee gemischt. So startet der neue Ansatz nicht neutral, sondern bereits in einem sauren Milieu.
Kann man Kombucha ohne Pilz oder ohne Ansatzflüssigkeit herstellen?
Praktisch sollte Kombucha nicht ohne lebende Kultur und nicht ohne ausreichend saure Ansatzflüssigkeit gestartet werden. Ohne SCOBY fehlt die stabile Gemeinschaft aus Bakterien und Hefen, ohne Starterflüssigkeit fehlt die schützende Anfangssäure.
Kombucha ohne Pilz herzustellen gelingt nur dann berechenbar, wenn bereits eine aktive, rohe Kombucha-Flüssigkeit vorhanden ist, aus der sich unter passenden Bedingungen eine neue Schicht bilden kann. Das ist möglich, aber deutlich unzuverlässiger als ein Start mit frischer Kultur und sauberer Ansatzflüssigkeit.
Auch einen Kombucha-SCOBY selbst zu machen erfordert Geduld und ein geeignetes Ausgangsmaterial. Für den ersten Ansatz ist es einfacher, einen Kombucha-Pilz zu kaufen, der bereits mit saurer Flüssigkeit geliefert wird. Danach bildet Ihr Ansatz häufig von selbst neue Scheiben an der Oberfläche, die Sie später weiterverwenden können.
Wie lange fermentiert Kombucha und welche Temperatur ist ideal?

Für die erste Fermentation rechnet Kefiralia mit etwa 2 Wochen. Bei rund 28 °C arbeitet der SCOBY gleichmäßig; bei kühleren Temperaturen dauert die Fermentation länger.
Kombucha ist kein schnelles Getränk, sondern ein lebender Prozess. Nach etwa 2 Wochen können Sie täglich probieren, ob der Tee noch süß oder bereits angenehm säuerlich ist. Je länger er steht, desto saurer wird er. Manche mögen Kombucha milder, andere deutlich essigartiger. Zu lange sollte der Ansatz aber nicht ohne frischen Tee bleiben, weil Zucker, Tee und Nährstoffe mit der Zeit weitgehend verbraucht werden.
| Phase | Temperatur | Dauer | Woran Sie den Fortschritt erkennen |
|---|---|---|---|
| Erste Fermentation | ideal ca. 28 °C | etwa 2 Wochen | Süße nimmt ab, Säure steigt |
| Längere Reifung | kühler = langsamer | nach Geschmack, nicht unbegrenzt | stärker sauer, weniger süß |
| Nächster Ansatz | wieder warm und luftig | ähnlich wie zuvor | stabiler Start durch 20 % Starterflüssigkeit |
| Pause der Kultur | im gleichen Tee möglich | bis zu 2 Monate | Flüssigkeit wird sehr sauer |
Wenn der Tee nach langer Zeit kaum anders schmeckt, steht er häufig zu kalt oder bekommt zu wenig Sauerstoff. Dann helfen ein wärmerer Standort und eine luftdurchlässige Abdeckung.
Wie gelingt die Kombucha-Zweitfermentation mit Kohlensäure?
Die Kombucha-Zweitfermentation findet ohne SCOBY in einer geschlossenen Flasche statt. Sie dient vor allem dazu, Kohlensäure aufzubauen und den Geschmack mit Fruchtsaft, Ingwer oder anderen Zutaten zu verändern.
Eine einfache Variante besteht aus etwa 80 % fertig fermentiertem Kombucha und 20 % Fruchtsaft. Diese Mischung wird in eine geeignete Flasche gefüllt und bei Raumtemperatur weiter fermentiert. Nach 3–4 Tagen entstehen meist mehr Aroma und Kohlensäure. Danach wird die Flasche kalt gestellt, damit die Fermentation langsamer weiterläuft.
Welcher Tee, welcher Zucker und welches Wasser eignen sich?
Schwarzer und grüner Tee sind die zuverlässigsten Grundlagen für Kombucha. Zucker ist kein optionaler Süßmacher, sondern die Nahrung, die der SCOBY für die Fermentation braucht.
Für den Hauptansatz sollten Sie echten Tee verwenden, also Tee aus der Teepflanze. Schwarzer Tee und grüner Tee funktionieren besonders gut; Oolong kann ebenfalls interessante Ergebnisse liefern. Weißer oder roter Tee sollte eher mit schwarzem Tee kombiniert werden. Reine Kräutertees sind als Hauptgrundlage nicht empfehlenswert, weil sie der Kultur nicht dieselben Nährstoffe liefern.
- Schwarzer und grüner Tee sind für den Hauptansatz besonders zuverlässig.
- Weißer oder roter Tee sollte eher mit schwarzem Tee kombiniert werden.
- Reine Kräutertees sind als Hauptgrundlage nicht empfehlenswert.
- Weißer Zucker ist eine stabile, gut vorhersehbare Grundlage.
- Stark gechlortes Wasser sollte vor der Verwendung auslüften oder durch geeignetes Wasser ersetzt werden.
Beim Zucker ist weißer Zucker eine stabile, gut vorhersehbare Grundlage. Ein Teil davon wird während der Fermentation verbraucht, aber er verschwindet nicht vollständig. Je länger der Kombucha fermentiert, desto weniger süß wird er und desto stärker tritt die Säure hervor. Stark gechlortes Wasser sollte vor der Verwendung auslüften oder durch geeignetes Wasser ersetzt werden.
Woran erkennen Sie normalen Kombucha, Schimmel und andere Probleme?
Normaler Kombucha kann ungewohnt aussehen: braune Fäden, ein sinkender SCOBY oder eine neue dünne Haut an der Oberfläche sind nicht automatisch ein Problem. Echter Schimmel wirkt dagegen trocken, pelzig und sitzt meist oben auf der Oberfläche.
| Beobachtung | Normal oder Problem? | Was tun? |
|---|---|---|
| SCOBY schwimmt, sinkt oder steht schräg | Normal | Weiter fermentieren lassen |
| Braune Fäden oder Schlieren unter der Oberfläche | Normal | Beim Abfüllen aussieben |
| Neue helle, dünne Schicht oben | Normal | Meist ein neuer SCOBY |
| Dunklere feuchte Stellen im oder unter dem SCOBY | Häufig normal | Beobachten, Geruch und Oberfläche prüfen |
| Trockene pelzige Flecken in Weiß, Grün, Rot oder Schwarz | Schimmelverdacht | Nicht trinken, Ansatz verwerfen |
| Maden, Fruchtfliegen oder Insekten im Ansatz | Problem | Ansatz nicht verwenden |
| Geschmack bleibt süß und unverändert | Fermentation zu langsam | Wärme, Sauerstoff und pH-Wert prüfen |
Ist Kombucha gesund und was ist zur Wirkung bekannt?
Kombucha ist ein fermentiertes Getränk, aber kein Arzneimittel. Die Kombucha-Wirkung ist wissenschaftlich interessant, sollte jedoch nicht als Heilversprechen verstanden werden.
Reviews beschreiben Kombucha als fermentierten Tee mit organischen Säuren, Tee-Polyphenolen, Mikroorganismen und Fermentationsprodukten, deren Zusammensetzung je nach Tee, Zucker, Kultur und Zeit deutlich variieren kann. Eine kontrollierte Humanstudie berichtete Veränderungen im menschlichen Darmmikrobiom und bei ausgewählten Gesundheitsmarkern nach Kombucha-Konsum; die Forschungslage ist aber noch begrenzt.
Wie lagern und pflegen Sie den SCOBY zwischen zwei Ansätzen?
Den SCOBY lagern Sie am besten in ausreichend fertig fermentiertem Kombucha. Einfrieren oder Trocknen ist für Kombucha nicht empfehlenswert, weil sich die Kultur danach oft schlecht erholt.
Wenn Sie eine Pause machen möchten, kann der SCOBY im gleichen Tee weiter stehen bleiben. Da Kombucha langsam fermentiert, kann die Kultur bis zu 2 Monate im Ansatz bleiben. Die Flüssigkeit wird in dieser Zeit sehr sauer und ist dann eher Kombucha-Essig als Trinkkombucha. Bei normalem Geruch und unauffälligem Aussehen kann sie zum Beispiel für Salatdressings verwendet werden.
Für den Neustart nehmen Sie den SCOBY und einen Teil dieser sauren Flüssigkeit als Ansatzflüssigkeit. Danach gilt wieder das 20-zu-80-Prinzip: 20 % saurer Kombucha, 80 % frisch zubereiteter und vollständig abgekühlter gesüßter Tee.
Welche Varianten und Rezepte können Sie mit fertigem Kombucha machen?
Fertiger Kombucha kann pur getrunken, aromatisiert oder in der Küche verwendet werden. Besonders vielseitig ist er nach der ersten Fermentation, wenn der SCOBY entfernt wurde.
Für Getränke eignet sich die Zweitfermentation mit Fruchtsaft, Ingwer, Beeren oder Zitrusschale. Für die Küche kann kräftig fermentierter Kombucha wie ein milder Essig eingesetzt werden, etwa in Vinaigrettes, Marinaden oder kalten Saucen. Sehr saurer Kombucha passt besser zu Dressings als zum direkten Trinken.
- Für Getränke eignet sich die Zweitfermentation mit Fruchtsaft, Ingwer, Beeren oder Zitrusschale.
- Für die Küche kann kräftig fermentierter Kombucha wie ein milder Essig eingesetzt werden.
- Sehr saurer Kombucha passt besser zu Dressings als zum direkten Trinken.
- Aromen sollten Sie immer außerhalb des Hauptansatzes verwenden.
Aromen sollten Sie immer außerhalb des Hauptansatzes verwenden. Der SCOBY bleibt dadurch in sauberem Tee und wird nicht durch Fruchtfleisch, Gewürze oder ölhaltige Zutaten belastet. So bleibt der Prozess wiederholbar und die Kultur lässt sich von Ansatz zu Ansatz weiterführen.
Warum lohnt sich ein lebender SCOBY von Kefiralia für die Kombucha-Herstellung?
Ein lebender SCOBY mit Ansatzflüssigkeit macht den Einstieg berechenbarer. Sie starten nicht mit einer zufälligen Flasche, sondern mit einer frischen Kultur, die direkt für die Fermentation gedacht ist.
Das ist auf mittlere Sicht wirtschaftlicher als der regelmäßige Kauf fertiger Flaschen und gibt Ihnen mehr Kontrolle über Säure, Geschmack, Teeauswahl und Kohlensäure.
Gegenüber vielen abgefüllten Kombuchas liegt der Vorteil außerdem in der Frische des Prozesses. Bei selbst gemachtem Kombucha entscheiden Sie, wann Sie abfüllen, wie sauer er wird und ob Sie eine Zweitfermentation machen. Viele abgefüllte Varianten werden gelagert oder stabilisiert; eine frische Hausfermentation kann in vielen Fällen eine höhere mikrobielle Aktivität bewahren, ohne daraus pauschale Gesundheitsversprechen abzuleiten.
Häufige Fragen
Wie funktioniert die Kombucha-Herstellung?
Kombucha entsteht, wenn abgekühlter gezuckerter Tee mit einem SCOBY und saurer Ansatzflüssigkeit fermentiert. Die Kultur braucht Sauerstoff, Wärme und Zeit. Bei Kefiralia liegt die Orientierung für die erste Fermentation bei etwa 2 Wochen und idealerweise rund 28 °C. Danach behalten Sie einen Teil als Starterflüssigkeit zurück und verwenden den Rest zum Trinken oder für die Zweitfermentation.
Ist Kombucha wirklich so gesund?
Kombucha ist ein fermentiertes Getränk mit organischen Säuren, Tee-Inhaltsstoffen und lebenden Mikroorganismen. Humanstudien und Reviews untersuchen mögliche Effekte auf Mikrobiom und Gesundheitsmarker, die Datenlage ist aber noch begrenzt. Sinnvoll ist eine nüchterne Einordnung: Kombucha kann Genuss und Fermentation in die Ernährung bringen, ist aber kein Heilmittel.
Ist Kombucha für Schwangere geeignet?
Für Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine pauschale Empfehlung. Hausgemachter Kombucha kann Restalkohol, Koffein, Säure, Zucker und lebende Mikroorganismen enthalten. Wenn Sie schwanger sind oder stillen, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie Kombucha regelmäßig trinken. Das gilt besonders für selbst fermentierte Getränke, weil Säuregrad, Alkoholspuren und Restzucker je nach Ansatz variieren.
Ist Kombucha für Diabetiker geeignet?
Kombucha wird mit Zucker hergestellt, weil der SCOBY ihn als Nahrung braucht. Während der Fermentation nimmt die Süße ab, aber Zucker verschwindet nicht vollständig. Eine kleine Pilotstudie untersuchte Kombucha bei Menschen mit Diabetes; die Ergebnisse sind jedoch nicht als individuelle Empfehlung zu verstehen. Bei Diabetes sollte Kombucha nur nach medizinischer Rücksprache eingeordnet werden.
Wie lange sollte Kombucha fermentieren?
Für den Kefiralia-Grundansatz sind etwa 2 Wochen ein guter Richtwert. Danach entscheiden Geschmack und Säure: milder Kombucha wird früher abgefüllt, stärker saurer Kombucha steht länger. Wenn Sie einen pH-Test nutzen, liegt ein geeigneter Bereich ungefähr zwischen pH 2,8 und 4. Bei kühler Umgebung dauert die Fermentation länger als bei warmem Standort.
Was ist eine Zweitfermentation?
Die Zweitfermentation ist die Fermentation des fertigen Kombuchas in einer geschlossenen Flasche ohne SCOBY. Sie erzeugt mehr Kohlensäure und erlaubt Aromen wie Fruchtsaft, Ingwer oder Gewürze. Eine einfache Variante ist 80 % fertiger Kombucha mit 20 % Fruchtsaft für etwa 3–4 Tage bei Raumtemperatur. Danach wird die Flasche kalt gestellt und vorsichtig geöffnet.
Ist der SCOBY wirklich ein Pilz?
Nein, der SCOBY ist kein Pilz im engeren Sinn, auch wenn viele ihn Kombucha-Pilz nennen. Er ist eine symbiotische Gemeinschaft aus Bakterien und Hefen, die eine gallertartige Scheibe bildet. Diese Scheibe kann schwimmen, sinken oder sich seitlich stellen. Auch eine neue dünne Haut an der Oberfläche ist normal und zeigt, dass der Ansatz aktiv arbeitet.
Kann man Kombucha ohne Ansatzflüssigkeit herstellen?
Davon ist abzuraten. Die Ansatzflüssigkeit bringt Säure in den frischen Tee und schützt den Start der Fermentation. Ohne sie bleibt der süße Tee anfangs zu neutral, wodurch Schimmel und Fremdkeime bessere Chancen haben. Wenn keine eigene Starterflüssigkeit vorhanden ist, ist ein frischer SCOBY mit mitgelieferter Ansatzflüssigkeit die sicherere und einfachere Wahl.
Wie viel Alkohol ist in Kombucha?
Bei Kombucha können während der Fermentation geringe Mengen Alkohol entstehen, weil Hefen Zucker verarbeiten. Die genaue Menge hängt von Zucker, Temperatur, Zeit, Kultur und besonders von einer geschlossenen Zweitfermentation ab. Wer Alkohol strikt vermeiden muss, sollte hausgemachten Kombucha vorsichtig einordnen und im Zweifel darauf verzichten oder fachlichen Rat einholen.
Kann man den Kombucha-Pilz teilen?
Ja, ein dicker SCOBY kann mit sehr sauberen Händen vorsichtig in Schichten getrennt werden. Eine Schicht kann für einen neuen Ansatz verwendet werden, solange ausreichend saure Ansatzflüssigkeit vorhanden ist. Wichtiger als die Dicke der Scheibe ist, dass der Ansatz aktiv fermentiert, angenehm säuerlich riecht und keine Anzeichen von Schimmel oder Verunreinigung zeigt.
