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Kefir trinken: Wie gesund ist das fermentierte Milchgetränk?

Ein Glas Milchkefir mit sichtbarer Molkeschicht steht neben einem Leinentuch auf hellem Untergrund.

Kefir kann ein sinnvoller Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein, wenn Sie ihn gut vertragen. Er liefert je nach Milchbasis Eiweiß, Mineralstoffe, organische Säuren und lebende Mikroorganismen; zugleich ist er kein Wundermittel und ersetzt keine medizinische Behandlung (Prado et al., 2015; Bourrie et al., 2016).

Wer Kefir trinken möchte, sollte ihn als Lebensmittel betrachten: interessant, traditionell, vielseitig und wissenschaftlich gut genug untersucht, um nüchtern darüber zu sprechen. Viele Effekte sind plausibel, manche sind in Humanstudien untersucht, andere stammen vor allem aus Labor-, Tier- oder kleineren Beobachtungsstudien.

Ist Kefir trinken gesund?

Ja, Kefir trinken kann gesund sein, wenn er hygienisch hergestellt wurde, gut vertragen wird und zu Ihrer Ernährung passt. Entscheidend sind nicht einzelne Heilsversprechen, sondern das Gesamtbild: fermentierte Milch, lebende Kulturen, reduzierte Laktose, Säurebildung, Nährstoffe der Milch und eine komplexe mikrobielle Gemeinschaft.

Kefir ist besonders interessant, weil er nicht nur durch Bakterien, sondern auch durch Hefen geprägt wird. Dadurch unterscheidet er sich von Joghurt: Joghurt ist meist milder und stärker standardisiert, während traditioneller Kefir säuerlicher, manchmal leicht prickelnd und geschmacklich variabler ist.

Übersichtsarbeiten beschreiben Kefir als eines der komplexesten fermentierten Milchprodukte. Gleichzeitig betonen sie, dass Zusammensetzung und mögliche Wirkungen stark von Kultur, Milch, Temperatur, Fermentationszeit und Pflege abhängen (Bourrie et al., 2016; Fijan et al., 2026).

Was ist Kefir eigentlich?

Kefir ist ein fermentiertes Getränk, das traditionell mit Kefirknollen hergestellt wird. Diese Knollen sind kein Pilz im botanischen Sinn, sondern eine lebende Gemeinschaft aus Bakterien und Hefen, die Milch oder eine andere geeignete Flüssigkeit fermentiert.

Beim klassischen Milchkefir geben Sie die Kefirknollen in Milch. Die Mikroorganismen bauen einen Teil der Laktose ab, bilden Milchsäure, Kohlendioxid, Aromastoffe und weitere Fermentationsprodukte. Die Milch wird dadurch säuerlicher, etwas dicklicher und kann leicht nach Hefe riechen.

Die Kefirknollen bleiben nach dem Abseihen erhalten und werden wieder in frische Milch gegeben. Bei guter Pflege kann die Kultur über lange Zeit weiterverwendet werden. Genau das unterscheidet traditionelle Kefirknollen von vielen Einmal-Starterkulturen oder industriell standardisierten Produkten.

Was passiert beim Fermentieren von Milch?

Beim Fermentieren verändern Bakterien und Hefen die Milch. Sie nutzen Nährstoffe wie Laktose, bilden Milchsäure und weitere Stoffwechselprodukte und senken dadurch den pH-Wert. Das Ergebnis ist ein säuerliches, frisches Getränk mit einer anderen Textur als die Ausgangsmilch.

Zu Hause fermentiert Milchkefir normalerweise bei Raumtemperatur. Bei Kefiralia liegt der praktische Bereich für Milchkefir bei etwa 18 bis 30 °C; je wärmer es ist, desto schneller läuft die Fermentation. Häufig ist der Kefir nach 24 bis 48 Stunden fertig, wenn er merklich eingedickt ist und frisch-säuerlich riecht.

Ein wenig abgesetzte Molke ist kein Fehler. Sie zeigt meist, dass die Fermentation weiter fortgeschritten ist. Wird der Kefir sehr sauer oder trennt sich stark in Molke und feste Bestandteile, waren häufig Zeit, Temperatur oder das Verhältnis von Kultur und Milch nicht optimal.

Welche Mikroorganismen stecken in Kefirknollen?

Kefirknollen enthalten keine starre Standardrezeptur. Die Literatur beschreibt Kefir als natürliches mikrobielles Konsortium, dessen Zusammensetzung je nach Herkunft, Pflege und Fermentationsbedingungen variiert. Die folgenden Namen sind Beispiele aus Studien zu Kefir im Allgemeinen, keine Deklaration eines bestimmten Kefiralia-Produkts (Bourrie et al., 2016).

  • Lactobacillus kefiranofaciens
  • Lactobacillus kefiri
  • Lactococcus lactis
  • Leuconostoc mesenteroides
  • Kluyveromyces marxianus
  • Saccharomyces cerevisiae

Wichtiger als ein einzelner Name ist das Zusammenspiel. Bakterien und Hefen übernehmen unterschiedliche Aufgaben: Sie säuern die Milch, bilden Kohlendioxid, prägen Aroma und Textur und stabilisieren die typische Struktur der Kefirknolle.

Deshalb kann Kefir aus echten Knollen lebendiger und variabler sein als ein Produkt, das mit wenigen ausgewählten Starterkulturen für gleichbleibende industrielle Eigenschaften hergestellt wird.

Welche Kefirarten gibt es?

Es gibt vor allem Milchkefir und Wasserkefir. Beide heißen Kefir, sind aber nicht dasselbe: Die Grundlage, die Nährstoffe, der Geschmack und die Pflege der Kulturen unterscheiden sich deutlich. Auch Kefiransätze mit pflanzlichen Getränken sind möglich, brauchen aber besondere Aufmerksamkeit.

Art Grundlage Typischer Charakter Wichtiger Hinweis
Milchkefir Kuh-, Ziegen- oder Schafsmilch säuerlich, leicht cremig, manchmal etwas prickelnd klassische Form mit Milchprotein, Kalzium und reduzierter Laktose
Wasserkefir Wasser, Zucker, Mineralien und Trockenfrucht frisch, limonadenartig, milchfrei braucht Zucker als Nahrung für die Kultur; je nach Fermentation bleibt Restzucker
Kefir mit pflanzlichen Getränken zum Beispiel Soja-, Kokos- oder Mandelgetränk je nach Getränk eher mild bis dünnflüssig Milchkefirknollen brauchen regelmäßig eine Revitalisierung in tierischer Milch
Fertiger Kefir aus dem Handel meist Milchprodukt im Kühlregal standardisiert, direkt trinkfertig Zutatenliste und Hinweis auf lebende Kulturen prüfen

Milch- und Wasserkefir werden in der Fachliteratur getrennt betrachtet, weil ihre mikrobiellen Ökosysteme und Nährstoffgrundlagen unterschiedlich sind (Lim et al., 2026). Für die gesundheitliche Einordnung ist daher wichtig, über welche Kefirart gesprochen wird.

Wie unterscheidet sich Kefir von Joghurt, Buttermilch und Kombucha?

Kefir unterscheidet sich vor allem durch die Kombination aus Bakterien und Hefen. Joghurt wird überwiegend durch Bakterien geprägt, Buttermilch ist ein anderes fermentiertes Milchprodukt, und Kombucha entsteht aus gezuckertem Tee mit einer eigenen Kultur.

Produkt Basis Fermentation Typischer Unterschied zu Kefir
Milchkefir Milch Bakterien und Hefen säuerlich, leicht hefig, oft komplexere Mikrobenvielfalt
Joghurt Milch vor allem Bakterien meist fester, milder und stärker standardisiert
Buttermilch Milchbestandteile Milchsäurebakterien dünnflüssig, mild-säuerlich, anderes Herstellungsverfahren
Dickmilch Milch Milchsäurebakterien dickgelegt, aber ohne typische Kefirhefen
Ayran Joghurt, Wasser, Salz kein eigener neuer Fermentationsprozess verdünntes Joghurtgetränk
Kombucha gezuckerter Tee Bakterien und Hefen teebasiert, milchfrei, andere Säuren und Aromen

Diese Unterschiede erklären, warum Kefir nicht einfach „trinkbarer Joghurt“ ist. Der Geschmack, die Säure, die mögliche Kohlensäure und die Pflege der Kultur sind anders. Wer Kefir selber machen möchte, arbeitet mit einer lebenden Kultur, die regelmäßig frische Nahrung braucht.

Was bewirkt Kefir im Körper?

Kefir wirkt nicht wie ein Medikament, sondern wie ein fermentiertes Lebensmittel. Er liefert Nährstoffe, Säuren, Fermentationsprodukte und lebende Mikroorganismen, die im Verdauungstrakt mit dem bestehenden Mikrobiom in Kontakt kommen können.

Die Forschung zu Kefir beim Menschen ist kleiner, als viele Werbeaussagen vermuten lassen. Übersichtsarbeiten über klinische Studien beschreiben Hinweise auf Effekte bei Darmmikrobiom, Stoffwechselmarkern und bestimmten Entzündungsparametern, betonen aber deutliche Unterschiede zwischen Studien, Kefirarten und untersuchten Personen (Fijan et al., 2026).

Bereich Was plausibel oder untersucht ist Was man nicht versprechen sollte Quellen
Darmmikrobiom Veränderungen der mikrobiellen Vielfalt und Zusammensetzung wurden in Humanstudien untersucht keine garantierte schnelle Darmkur Choi et al., 2025; Black et al., 2025
Verdauungsgefühl Fermentation, Säure und lebende Kulturen können individuell beeinflussen, wie Kefir empfunden wird keine sichere Hilfe bei allen Beschwerden Fijan et al., 2026
Laktose Laktose wird während der Fermentation reduziert nicht automatisch laktosefrei Prado et al., 2015
Knochenstoffwechsel Milchkefir liefert milchtypische Nährstoffe; einzelne Studien untersuchten spezielle Gruppen kein Osteoporose-Mittel zur Selbstbehandlung Tu et al., 2015; Lai et al., 2025
Blutdruck und CRP Meta-Analyse randomisierter Studien liegt vor keine pauschale Herz-Kreislauf-Therapie Rashidbeygi et al., 2025
Leberwerte Bei nichtalkoholischer Fettleber wurden Effekte in einer randomisierten Studie untersucht keine Leber-Entgiftung Mohammadi et al., 2025
Haut und Immunsystem Hinweise aus kleineren, experimentellen oder zusammenfassenden Arbeiten keine Behandlung von Haut- oder Immunerkrankungen Alves et al., 2022; Culpepper et al., 2022

Kefir kann also eine gute Ergänzung sein, wenn er vertragen wird. Er sollte aber nicht als Abkürzung verstanden werden, um Ernährung, Schlaf, Bewegung oder medizinische Betreuung zu ersetzen.

Ist Kefir gut für Darm und Verdauung?

Kefir ist für den Darm interessant, weil er lebende Mikroorganismen und Fermentationsprodukte enthält. Humanstudien zeigen, dass Kefirkonsum das Darmmikrobiom messbar beeinflussen kann; die beobachteten Effekte sind jedoch individuell und nicht bei allen Menschen gleich stark (Choi et al., 2025; Black et al., 2025).

Im Alltag passt Kefir gut in eine darmfreundliche Ernährung, wenn auch der Rest stimmt: ballaststoffreiche Lebensmittel, regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit und persönliche Verträglichkeit bleiben entscheidend. Kefir allein macht eine ungünstige Ernährung nicht automatisch gesund.

Wer neu beginnt, sollte nicht mit großen Mengen starten. Manche Menschen vertragen Kefir sofort gut, andere reagieren anfangs mit Blähungen, mehr Darmbewegung oder einem ungewohnten Säuregefühl. Deshalb ist es sinnvoll, Kefir langsam in den eigenen Speiseplan einzubauen.

Hilft Kefir bei Laktoseintoleranz?

Kefir enthält weniger Laktose als die Ausgangsmilch, weil die Mikroorganismen während der Fermentation einen Teil davon verwerten. Trotzdem ist Milchkefir nicht automatisch laktosefrei und nicht für jede Person mit Laktoseintoleranz gleich gut verträglich.

Bei leichter Laktoseempfindlichkeit wird Kefir von manchen Menschen besser vertragen als frische Milch. Das lässt sich aber nicht verallgemeinern, denn Fermentationsdauer, Milchmenge, Temperatur und persönliche Toleranz spielen eine Rolle.

Welche gesundheitlichen Wirkungen sind belegt?

Milchkefirknollen liegen in einem Kunststoffsieb, während dicke Tropfen auf helle Keramik fallen.

Die seriöse Einordnung lautet: Kefir ist vielversprechend, traditionell bewährt und wissenschaftlich interessant, aber kein Allheilmittel. Einzelne Effekte sind in Humanstudien untersucht; viele stärkere Aussagen beruhen jedoch auf experimentellen Daten oder kleinen Studien.

Bei Knochenstoffwechsel, Blutdruck, Entzündungsmarkern und Leberwerten gibt es einzelne klinische Arbeiten oder Übersichtsarbeiten (Tu et al., 2015; Rashidbeygi et al., 2025; Mohammadi et al., 2025). Diese Ergebnisse sind interessant, gelten aber nicht automatisch für jede gesunde Person.

Eine ältere randomisierte Studie bei hyperlipidämischen Männern fand im Vergleich zu Milch keine relevante Veränderung der Plasma-Lipide (St-Onge et al., 2002). Solche Ergebnisse zeigen, warum pauschale Aussagen wie „Kefir senkt Cholesterin“ zu grob wären.

Für Immunsystem, Haut, antimikrobielle Effekte und Entzündungsprozesse gibt es zahlreiche Hinweise aus Labor-, Tier- oder kleineren Humanstudien (Vieira et al., 2021; Culpepper et al., 2022; Alves et al., 2022). Daraus lässt sich wissenschaftliches Interesse ableiten, aber keine Behandlungsempfehlung.

Was bedeutet Kefir für die Leber?

Kefir ist kein Mittel zur Leberreinigung und keine Entgiftungskur. Es gibt allerdings Humanforschung zu Kefir und Leberwerten bei bestimmten Patientengruppen, etwa bei nichtalkoholischer Fettleber. Diese Ergebnisse sollten vorsichtig eingeordnet werden (Mohammadi et al., 2025).

Die verwandte Suchfrage Kefir Wirkung Leber führt oft zu übertriebenen Versprechen. Seriös ist: In einzelnen Studien wurden Leberaminotransferasen und metabolische Marker untersucht. Daraus folgt nicht, dass Kefir eine Lebererkrankung behandelt oder dass gesunde Menschen eine besondere Leberwirkung erwarten sollten.

Wie gesund ist Kefir aus dem Supermarkt?

Kefir aus dem Supermarkt kann ein gutes fermentiertes Lebensmittel sein, wenn er schlicht zusammengesetzt ist und lebende Kulturen enthält. Er ist aber nicht automatisch gleichzusetzen mit frisch zu Hause fermentiertem Kefir aus traditionellen Kefirknollen.

Merkmal Supermarkt-Kefir Selbst fermentierter Kefir mit lebender Kultur
Mikrobenvielfalt häufig ausgewählte Kulturen für gleichbleibendes Ergebnis natürliche Gemeinschaft aus Bakterien und Hefen, je nach Kultur und Pflege variabel
Frische fertig produziert und gekühlt gelagert direkt nach eigener Fermentation trinkbar
Geschmack meist mild und konstant steuerbar über Milch, Temperatur und Zeit
Zutatenkontrolle abhängig von Zutatenliste: Zucker, Aromen oder Verdickungsmittel möglich Milch und Zusätze werden selbst gewählt
Wiederverwendbarkeit jedes Mal neu kaufen Kultur kann bei guter Pflege immer wieder fermentieren

Beim Kauf zählt nicht nur der Markenname. Auch bei bekannten Produkten, etwa Kefir von Müller, hängt die gesundheitliche Einordnung von Zutatenliste, Zuckerzusatz, Verarbeitung und Hinweis auf lebende Kulturen ab.

Ein möglichst schlichter Kefir ohne zugesetzten Zucker, Aromen oder unnötige Verdickungsmittel ist in der Regel die bessere Wahl. Wer mehr Kontrolle über Frische, Säure, Milchbasis und Fermentationsdauer möchte, ist mit einer lebenden Kultur besser beraten.

Wie oft Kefir trinken und wie viel am Tag?

Es gibt keine offizielle Kefir-Menge, die für alle Menschen automatisch gesund ist. Praktisch sinnvoll ist eine kleine, gut verträgliche Portion, die regelmäßig in den Alltag passt, statt eine große Menge, die Beschwerden auslöst.

Die Frage, wie oft Kefir trinken sinnvoll ist, hängt von Verträglichkeit, Ernährung und Ziel ab. Manche Menschen trinken ihn täglich, andere nur gelegentlich. Studien verwenden je nach Fragestellung unterschiedliche Mengen; daraus lässt sich keine allgemeine persönliche Dosierungsregel ableiten (Fijan et al., 2026).

Sollte man Kefir morgens oder abends trinken?

Kefir kann morgens oder abends getrunken werden. Es gibt keine belastbare Regel, dass eine Tageszeit grundsätzlich gesünder ist. Entscheidend ist, wann Sie ihn gut vertragen und wie er in Ihre Mahlzeiten passt.

Kefir morgens oder abends trinken ist vor allem eine Frage der Routine. Morgens passt er gut zu Haferflocken, Obst oder einem Smoothie. Abends kann er als säuerliches Milchgetränk nach dem Essen angenehm sein.

Bei empfindlichem Magen ist Kefir zu einer Mahlzeit oft verträglicher als nüchtern. Wer auf Säure reagiert, sollte nicht mit sehr sauer fermentiertem Kefir beginnen und zunächst kleinere Portionen testen.

Sind Haferflocken mit Kefir gesund?

Haferflocken mit Kefir können eine sinnvolle Kombination sein. Hafer liefert Ballaststoffe und Kohlenhydrate, Kefir bringt Säure, Eiweiß aus der Milchbasis und lebende Kulturen mit. Entscheidend ist, was zusätzlich hineinkommt.

Für eine einfache Variante lassen Sie Haferflocken über Nacht mit Kefir quellen und ergänzen morgens Obst, Nüsse oder Samen. Wenn die Mischung zu fest wird, kann sie mit Milch oder Wasser verdünnt werden.

Achten Sie bei fertigen Rezepten auf Zucker, Sirup oder stark gesüßte Zutaten. Der gesundheitliche Wert hängt nicht nur vom Kefir ab, sondern vom gesamten Frühstück.

Welche Kefir-Rezepte passen in den Alltag?

Kefir eignet sich vor allem für kalte oder nur mild erwärmte Speisen. Wenn Ihnen lebende Kulturen wichtig sind, sollte Kefir nicht stark erhitzt werden. Beim Backen bleibt der Geschmack nützlich, lebende Mikroorganismen überstehen die Hitze aber nicht zuverlässig.

Einfache Kefir-Rezepte sind:

  • Overnight Oats mit Kefir, Haferflocken, Beeren und Nüssen
  • Smoothie mit Kefir, Banane und gefrorenen Früchten
  • Kräuterdip mit Kefir, Salz, Pfeffer und Schnittlauch
  • Salatdressing mit Kefir, Zitrone, Olivenöl und Kräutern
  • Pfannkuchenteig, in dem Kefir ähnlich wie Buttermilch verwendet wird

Kefir ist geschmacklich säuerlich. Er passt deshalb gut zu Früchten, Kräutern, Gurke, Knoblauch, Hafer, Nüssen und milden Getreidegerichten.

Kann Kefir gefährlich sein?

Für gesunde Erwachsene ist richtig hergestellter und gut verträglicher Kefir normalerweise ein Lebensmittel, kein Risikoprodukt. Problematisch kann er werden, wenn Hygiene, Lagerung, persönliche Verträglichkeit oder medizinische Umstände nicht passen.

Kefir gefährlich wird vor allem dann, wenn er verdorben riecht, sichtbare Verunreinigungen zeigt, unter unsauberen Bedingungen hergestellt wurde oder stark unangenehm schmeckt. Sehr lange fermentierter Kefir kann außerdem stark sauer werden und empfindliche Mägen reizen.

Wann ist Kefir ungesund?

Kefir ist ungesund, wenn er nicht zu Ihrer Verträglichkeit passt, hygienisch zweifelhaft hergestellt wurde oder als Ersatz für notwendige medizinische Behandlung verwendet wird. Auch ein grundsätzlich gutes Lebensmittel kann in der falschen Situation ungeeignet sein.

Milchkefir enthält Restlaktose, Milcheiweiß und durch Hefen geringe Mengen Alkohol. Diese Punkte können bei Laktoseintoleranz, Milcheiweißallergie, bestimmten Erkrankungen, sehr empfindlichem Magen oder strenger Alkoholabstinenz relevant sein.

Auch die Säure spielt eine Rolle. Wer unter Reflux, Gastritis, wiederkehrenden Magenschmerzen oder ungeklärten Bauchbeschwerden leidet, sollte Kefir vorsichtig testen oder ärztlich abklären lassen, ob fermentierte, saure Milchprodukte aktuell sinnvoll sind.

Woran erkennt man guten Kefir?

Guter Kefir riecht frisch-säuerlich, leicht milchig und manchmal dezent hefig. Er sollte nicht faulig, ranzig, schimmelig oder stechend unangenehm riechen. Eine leichte Molketrennung ist normal, sichtbare Verunreinigungen sind es nicht.

Bei fertigem Kefir lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste. Je kürzer und verständlicher sie ist, desto besser lässt sich das Produkt einordnen. Zucker, Aromen und Verdickungsmittel sind nicht automatisch gefährlich, verändern aber den Charakter des Lebensmittels.

Bei selbst gemachtem Kefir zählen Sauberkeit, passende Temperatur, frische Milch, ein nicht reaktives Gefäß und eine Kultur, die regelmäßig gepflegt wird. Ein guter Kefir wird mit der Zeit vertraut: Sie erkennen am Geruch, an der Säure und an der Molketrennung, wann er für Ihren Geschmack fertig ist.

Kefir selber machen oder Kefir kaufen?

Kefir kaufen ist praktisch, wenn Sie nur gelegentlich Kefir trinken möchten. Kefir selber machen lohnt sich, wenn Sie regelmäßig frischen Kefir wollen, die Zutaten selbst bestimmen und den Fermentationspunkt steuern möchten.

Bei einem Fertigprodukt wählen Sie aus dem Kühlregal. Der Vorteil ist Bequemlichkeit. Der Nachteil ist weniger Kontrolle über Kultur, Frische, Säuregrad, Zutaten und Wiederverwendbarkeit.

Häufige Fragen

Die häufigsten Fragen betreffen die tägliche Menge, die Wirkung im Körper, die beste Tageszeit und die Verträglichkeit bei Magenbeschwerden. Die kurzen Antworten: regelmäßig ist möglich, Wirkung ist individuell, morgens und abends sind beide geeignet, und bei Schmerzen ist Kefir keine Behandlung.

Kann man jeden Tag Kefir trinken?

Ja, viele Menschen können Kefir täglich trinken, wenn sie ihn gut vertragen. Es gibt aber keine universelle Menge, die für alle automatisch gesund ist. Sinnvoll ist, auf Geschmack, Verdauung, Säureverträglichkeit und persönliche Situation zu achten. Bei Beschwerden, Erkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit oder Unsicherheit sollte regelmäßiger Konsum mit medizinischem Fachpersonal besprochen werden.

Was bewirkt Kefir im Körper?

Kefir bringt Nährstoffe, organische Säuren, Fermentationsprodukte und lebende Mikroorganismen in die Ernährung. Im Darm können diese mit dem vorhandenen Mikrobiom in Kontakt kommen; Humanstudien zeigen messbare, aber individuell unterschiedliche Effekte (Choi et al., 2025; Black et al., 2025). Kefir wirkt nicht wie ein Medikament und sollte nicht als Behandlung für Krankheiten verstanden werden.

Wann sollte man Kefir trinken, morgens oder abends?

Beides ist möglich. Morgens passt Kefir gut zu Haferflocken, Obst oder einem Smoothie; abends kann er als frisches, säuerliches Milchgetränk nach dem Essen angenehm sein. Wenn Sie einen empfindlichen Magen haben, ist Kefir zu einer Mahlzeit oft besser verträglich als nüchtern. Entscheidend ist nicht die Uhrzeit, sondern Ihre Verträglichkeit.

Ist Kefir gut bei Magenschmerzen?

Bei Magenschmerzen sollte Kefir nicht als Hausmittel oder Behandlung eingesetzt werden. Die Säure im Kefir kann manchen Menschen angenehm erscheinen, andere aber zusätzlich reizen. Wenn Schmerzen stark sind, wiederkehren, länger anhalten oder mit weiteren Symptomen auftreten, sollte ärztlich geklärt werden, was dahintersteckt. Bei bestehenden Magen-Darm-Erkrankungen gilt: vor regelmäßiger Verwendung medizinisch nachfragen.

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